Wie diese Frage meine Vorgehensweise enorm verändert hat

die-eine-sache
Ich habe mich verliebt. 
 
Kein Scherz. 
 
Sie hängt nun über meinem Bildschirm. Wir schauen uns ständig an. 
 
Sie bestimmt meinen Tag und sagt mir, was ich tun soll. 
 
Und ich bin dadurch wesentlich effektiver, entspannter und viel öfters im JETZT. 
 
Wir haben uns in dem Buch kennengelernt, das ich gerade lese. 
 
The ONE Thing, von Gary Keller und Jay Papasan. 
 
Sie ist eine Frage, und sie heißt: 
 
Was ist die EINE Sache, die ich tun kann und die Vieles einfacher oder gar unnötig macht? 
 
Ich verspreche Ihnen – wenn Sie sich auf diese Frage einlassen, ihr zuhören und ihr antworten, dann kann das enorm viel bei Ihnen auslösen. 
 
Ja, ich lasse mich gerne begeistern, das gebe ich zu. Aber diese Frage hat es mir wirklich angetan. Seitdem diese Frage mich begleitet, habe ich den Eindruck: Ich schaffe doppelt so viel. Und ich bin entspannter. Lebe im Jetzt. 
 
Letzte Woche. 11:53 Uhr. Mir war, als könnte ich jetzt Feierabend machen, weil ich schon so viel erreicht hatte. Nicht nur gearbeitet, sondern erreicht. 
 
Warum diese Frage so effektiv ist 
 
Zwei Landschaftspfleger waren bei der Arbeit. Der eine grub unter Schweiß und Anstrengung ein Loch in den Erdboden. Der andere machte es wieder zu. Dann gingen sie ein paar Schritte weiter und fingen von vorne an.
 
Ein Spaziergänger beobachtete sie eine Weile und meinte, dass es doch überhaupt keinen Sinn machte.
 
Einer der Männer schaute ihn an und antwortete: "Naja, eigentlich sind wir ja auch zu dritt. Ich grabe ein Loch, der zweite stellt einen kleinen Baum rein, und mein Kollege hier macht das Loch wieder zu. Aber unser zweite Mann ist heute krank." 
 
Haha. 
 
So dumm ist doch niemand, oder? 
 
Nein, bei solch einer offensichtlichen Arbeit bestimmt nicht. Da wissen wir doch alle: 
1. Die Reihenfolge ist extrem wichtig. 
2. Keiner der Arbeiten kann ausgelassen werden, wenn es funktionieren soll. 
 
Oft ist die Reihenfolge so offensichtlich, dass wir uns automatisch daran halten. Beim Duschen ziehe ich z.B. erst meine Klamotten aus. Dann stelle ich mich in die Duschkabine, stelle das Wasser an und wasche mich. Anschließend trockne ich mich ab und ziehe mich wieder an. Die Reihenfolge zu tauschen oder eines davon wegzulassen, würde die Dinge schwerer oder weitere Arbeiten nötig machen, die ich mir hätte sparen können. Spielen Sie es mal durch. 
 
Erst ausziehen, dann wieder anziehen. Dann duschen. Geht nicht. 
 
Oder das Ausziehen vergessen, dann duschen und sich mit der nassen Kleidung abtrocknen. Geht auch nicht. 
 
Oder nach dem Duschen das Abtrocknen weglassen und sich sofort anziehen. Dies würde gehen, aber es ist unangenehm und sie holen sich vielleicht eine Erkältung, die sie sich hätten ersparen können. 
 
Egal, was wir mischen oder weglassen – es gibt oft nur eine perfekte Reihenfolge, die Vieles einfacher oder gar unnötig macht. 
 
Das Problem ist: Die Reihenfolge ist nicht immer offensichtlich. 
 
Die Frage macht das Übersehene offensichtlich. 
 
Die Antworten, die das Leben und unser Unterbewusstsein uns geben, hängen von unseren Fragen ab. Je besser meine Fragen, desto besser die Antworten. 
 
Mit dieser einen Frage konzentriere ich mein Denken auf das, was vielleicht schon in mir schlummert und mir klar ist – wenn ich denn darüber nachdenke. 
 
Was ist die EINE Sache, die ich tun kann und die Vieles einfacher oder gar unnötig macht? 
 
Wie schon erwähnt – in vielen Vorgängen und Projekten ist die Reihenfolge von entscheidender Wichtigkeit. 
 
In anderen Situationen könnten wir die Reihenfolge auch vernachlässigen. ABER wir ernten Frust, Unkonzentriertheit, ineffektive Resultate… und verlieren Zeit, die wir hätten sparen können.
 
Ein ganz aktuelles Beispiel: Während ich diesen Text schreibe, schiele ich bereits auf die anderen Projekte, die auf meinem Zettel stehen und für heute noch anstehen.
 
Und ich spiele doch tatsächlich mit dem Gedanken, erst mal etwas anderes zu machen und später weiterzuschreiben. 
 
Warum? 
  • Weil jede Abwechslung Glücksgefühle in mir auslösen.
  • Weil mehrere Tätigkeiten gleichzeitig den Eindruck vermitteln, dass ich extrem beschäftigt bin. 
  • Weil ich gerade nicht weiß, wie ich den Text weiterschreiben soll. 
 
Es gibt viele Gründe. 
 
Aber keiner ist überzeugend. 
 
Wenn ich jetzt erst etwas anderes tun würde, wäre mein Denken immer noch mit diesem Text beschäftigt. 
 
Eine kleine Stimme würde die ganze Zeit auf mich einreden: "Johannes, du willst doch noch den Text zu ende schreiben. Denk doch schon mal über Ideen oder eine Illustration nach, die du noch einbringen könntest. Hallo? Johannes? Hörst du mir zu? Du willst doch noch…" 
 
Und während die Stimme mich ablenkt und ich versuche, an einer anderen Sache zu arbeiten, geht meine Leistungskurve nach unten. Ich mache die zweite Sache nicht richtig, und habe die erst noch nicht abgeschlossen. 
 
Was ist also die EINE Sache, die ich JETZT tun kann und die Vieles einfacher oder gar unnötig macht?
 
Die EINE Sache: Diesen Text fertig schreiben und daran zu bleiben. 
 
Das wird die folgenden Aufgaben wesentlich einfacher machen, und einiges wird unnötig sein: 
  1. Ich muss mich kein zweites Mal in den Text eindenken und wieder in den Schreibfluss kommen. (Unnötig) 
  2. Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, wird mir mehr Energie geben, um die nächsten Aufgaben mit mehr Leichtigkeit zu erledigen. (Einfacher) 
  3. Ich muss keiner Stimme zuhören, die mich nervt und ablenkt. (Unnötig) 
  4. Wieder einmal habe ich gelernt, an einer Sache dran zu bleiben. Das stärkt mein Selbstbewusstsein und meine Konzentrationsfähigkeit. (Einfacher) 
Dies ist ein kleines Beispiel.
 
Vielleicht unbedeutend? 
 
Nun, alles Bedeutende besteht aus vielen kleinen – anscheinend unbedeutenden – Bestandteilen. Aber es sind die vielen kleinen Teile, die zu etwas Großem und Bedeutendem werden können. 
 
Es ist ähnlich wie bei einem gewaltigen Puzzle-Bild. Das große Bild kann nur gewaltig sein, wenn auch die kleinen Puzzleteile passen und ihren Teil dazu beitragen. 
 
Im Grunde geht es also darum, immer das große Bild vor Augen zu haben und sich dann zu fragen, welches Puzzleteil jetzt dran ist. 
 
Mit jedem Teil machen wir das große Bild vollständiger.  
 
Und mit jedem Teil wird es einfacher, das große Bild zu vervollständigen. 
 
Also: 
 
Was ist die EINE Sache, die ich tun kann und die Vieles einfacher oder gar unnötig macht?
 
Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute EINE Sache tun, die anschließend Vieles einfacher oder gar unnötig macht. 
 
  • Vielleicht die Steuererklärung, damit diese Last endlich aus dem Kopf verschwindet.
  • Oder das Laufen im Park, um den Kopf freizubekommen und anschließend effektiver denken zu können.
  • Oder das kritische Gespräch mit dem Kollegen, damit man anschließend wieder besser miteinander arbeiten kann.
  • Oder einfach zurück zur momentanen Tätigkeit ... und dranbleiben, bis die Sache erledigt ist. 
 
Und ich? 
 
Ich werde gleich in die Küche gehen, mir einen Kaffee gönnen und den Sieg feiern, dass ich dran geblieben bin. 
 
Denn das ist nicht selbstverständlich.
 
Ich liiiebe schließlich Abwechslungen.
 
Aber solche kleinen Siege liebe ich noch mehr. 
 
Und Sie bestimmt auch, oder? 
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin einen siegreichen März und dass ihr großes Bild immer sichtbarer wird. 
 

 

 

 

 

 
 
Und wie immer freue ich mich natürlich über einen Kommentar von Ihnen. :))

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